Systeme und Methoden

Zum breiten Spektrum von komplementärmedizinischen Therapien gehören sowohl vollständige „Medizinsysteme“ mit eigenständiger Krankheitslehre, wie z.B. die traditionelle chinesische Medizin (TCM), als auch spezifische Methoden, wie z.B. die Aromatherapie. Die SIGIP fokussiert sich auf komplementärmedizinische Therapien, die von ihren pädiatrischen Mitgliedern praktiziert werden und in der Schweiz weitgehend anerkannt sind. Zu den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) offiziell anerkannten ärztlichen komplementärmedizinischen Therapiemethoden gehören (bei Nachweis eines entsprechenden Fähigkeitsausweises): Akupunktur/TCM, anthroposophische Medizin, Homöopathie und Phytotherapie. Desweiteren gibt es die medizinische Hypnose als eigenständiges Fachgebiet mit entsprechendem Fähigkeitsausweis. Hier finden Sie eine kurze Vorstellung dieser Therapierichtungen, gefolgt von einer alphabetisch sortierten kleinen Auswahl von Komplementärtherapien, die vorwiegend von spezialisierten, Therapeuten angeboten werden.

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Phytotherapie

Die Phytotherapie umfasst die Behandlung mit Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen, welche die
Aromaöltherapie mit einschliesst. In der Regel ist das Nebenwirkungsspektrum deutlich geringer als
bei der medikamentösen Therapie mit guter bis sehr guter Verträglichkeit und grosser
therapeutischer Breite. Hierdurch entsteht ein sehr gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis. Arzneipflanzen
sind in der Regel Vielstoffgemische, d.h. synergistische Wirkungen der verschiedenen Inhaltsstoffe
sind möglich, wodurch Nebenwirkungen (NW) bzw. Risiken «abgeschwächt» werden. Aber auch
Phytopharmaka können NW und sogar toxisches Potenzial haben. Es gibt bekannte
Kontraindikationen und Interaktionen!
Milde Dosierungen reichen oft aus. Es gibt zudem sehr kinderfreundliche Applikationsformen:
Sirup, Inhalation (?), Bäder, Salben, etc. so dass meist eine gute Compliance resultiert. Oft ist eine
symptomatische und kausale Therapie gleichzeitig möglich. Die Phytotherapie ist eine über
Jahrhunderte entstandene Erfahrungsmedizin und die Grenze zu Hausmitteln oft fliessend. In der
Schweiz kann man mittels Magistralrezepturen individuelle Rezepturen für Patienten herstellen
lassen.
Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie (SMGP) –
hyperlink https://www.smgp.ch Unter diesem Link findet sich auch eine Zusammenstellung der
Kinderdosierungen zugelassener Arzneimittel

Homöopathie

«Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt», so stellte der deutsche Arzt Samuel Hahnemann 1796 die
Homöopathie vor. Die Methode beruht auf der sogenannten Potenzierung verschiedener
pflanzlicher, mineralischer oder tierischer Grundsubstanzen, die verdünnt und verschüttelt werden,
was zu einer Wirkungssteigerung führt. Damit können auch ursprünglich giftige Substanzen wie
Arsen oder Belladonna therapeutische Verwendung finden. Während die Wirkungen der
Homöopathie in vielen Studien wissenschaftlich untersucht sind, wird von den Skeptikern
insbesondere über den noch nicht geklärten Wirkungsmechanismus gestritten. Sicher ist, dass es
sich nicht um chemische Prozesse handelt, es gibt aber heute immer mehr Hinweise für eine
physikalisch-energetische Wirkung.
Schweizerischer Verein homöopathischer Ärzte und Ärztinnen (SVHA) – https://www.svha.ch

Akupunktur/Akupressur/traditionelle chinesische Medizin (TCM)

Die Akupunktur ist ein über 2000 Jahre altes Therapieverfahren, welches auf den Prinzipien der
traditionellen chinesischen Medizin (TCM) basiert. Durch die gezielte therapeutische Beeinflussung
von Körperfunktionen mit Nadeln und zugehörigen Reizverfahren (Moxibustion, Massage, Laser)
über spezifische, definierte Punkte der Körperoberfläche, soll der Körper wieder in sein
Gleichgewicht zurückgeführt werden. Die heute verwendete Akupunktur umfasst die Diagnostik
und Behandlung von Erkrankungen auf der Basis der TCM und moderner Akupunkturvarianten
sowie ihrer wissenschaftlichen Erforschung.
Die Akupunktur wirkt u.a. über eine Anregung und Wiederherstellung der körpereigenen
Regulation. Sie wird in den verschiedenen Fachgebieten in Prävention, Therapie und Rehabilitation
bei funktionellen, psychosomatischen und organischen Erkrankungen und bei Schmerzzuständen
eingesetzt

https://akupunktur-tcm.ch

Anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin wurde 1920 von Dr. phil. Rudolf Steiner und der Ärztin Dr. med.
Ita Wegman begründet. Sie basiert auf den naturwissenschaftlichen Grundlagen der konventionellen
Medizin und erweitert diese durch das ganzheitliche anthroposophische Menschenverständnis. So
werden neben der naturwissenschaftlichen Perspektive auch die weiteren Ebenen des Lebendigen,
des Seelischen und des Geistig-Individuellen in die Betrachtung mit einbezogen. Das
anthroposophisch erweiterte Therapiespektrum umfasst unter anderem anthroposophische, bei der
Swissmedic zugelassene Arzneimittel, äussere Anwendungen und Kunst- und Bewegungstherapien.
Weil die Behandlungen mehrheitlich auf gesundheitserhaltende bzw. gesundheitswiederherstellende
Prozesse abzielen, stehen besonders die Selbstregulation des Organismus und die
Selbstheilungskräfte des individuellen Patienten im Fokus der Therapien.
Vereinigung anthroposophisch orientierter Ärzte in der Schweiz (VAOAS) – hyperlink
https://vaoas.ch/

Medizinische Sektion am Goetheanum – hyperlink: https://medsektion-goetheanum.org

Medizinische Hypnose

Die klinische (oder medizinische) Hypnose wird in vielen Kulturen für Heilzwecke eingesetzt und
wurde vor allem durch die Entwicklungen des amerikanischen Psychiaters Milton H. Erickson
erweitert. Sie geht weit über Entspannungstechniken und Suggestionsverfahren hinaus. Es werden
verschiedene Ebenen der Informationsverarbeitung genutzt, wobei unwillkürlich patienteneigene
Ressourcen aktiviert werden. Dadurch, dass der Patient eigene Lösungen kreiert ist sie tiefgreifend
und nachhaltig.
Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose (SMSH) – hyperlink https://www.smsh.ch
Gesellschaft für klinische Hypnose Schweiz – hyperlink https://www.hypnos.ch

Osteopathie

Die Osteopathie beschäftigt sich mit den Strukturen des Körpers und den davon abhängigen Bewegungen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen dieser Beziehung und der Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu heilen. Die Osteopathie umfasst alle Diagnoseverfahren und therapeutischen Handgriffe, die einer Verbesserung der physiologischen Funktionen und einer Wiederherstellung der Homöostase in den verschiedenen Teilen des Körpers dienen, die von somatischen Beschwerden betroffen sein können. Die Osteopathie wendet einen manuellen Ansatz zur Behandlung von Funktionsstörungen oder somatischen Beschwerden an, wobei das Studium der Symptome und des Krankheitsbildes ebenso wie die eigene Einschätzung der bzw. des Behandelnden auf ganzheitliche Weise miteinander verbunden werden.

Schweizerischer Verband der Osteopathen https://www.fso-svo.ch/de_CH/

Craniosacral-Therapie

Die craniosacrale Behandlungsform wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Dr. William Garner Sutherland auf der Basis der Osteopathie (Knochenheilkunde) zur «Cranialen Osteopathie» weiterentwickelt. Der Name Craniosacral-Therapie wurde in den 70er Jahren desselben Jahrhunderts erstmals vom amerikanischen Forscher und Osteopathen Dr. John E. Upledger. Die beiden Pole Schädel und Kreuzbein bilden, im Verständnis dieser Therapieform, mit den Gehirn- und den Rückenmarkshäuten eine Einheit, in welcher die Gehirnflüssigkeit (Liquor) rhythmisch pulsiert. Dieser Rhythmus (von Dr. Sutherland als „Lebensatem“ bezeichnet und von Franklyn Sills weiterentwickelt) überträgt sich auf den gesamten Körper und beeinflusst die Entwicklung und Funktionsfähigkeit des ganzen Menschen. Veränderungen in diesem System geben die nötigen Hinweise für die therapeutische, ganzheitliche Arbeit mit den betroffenen anatomischen und energetischen Strukturen.

Schweizerische Gesellschaft für Craniosacral-Therapie https://www.craniosuisse.ch/

Ayurveda

Die ayurvedische Medizin beschreibt drei grundlegende Prinzipien in der Natur und im Menschen und teilt alle Funktionen des menschlichen Körpers und Geistes einem dieser Bereiche zu. Gleichgewicht zwischen diesen Prinzipien wird als grundlegend für die Gesundheit angesehen. Prävention steht an erster Stelle. Erst wenn diese versagt hat kommt die Behandlung von Krankheiten. In der ayurvedischen Konsultation stellt der Arzt/die Ärztin zuerst das aktuelle Gleichgewicht der Funktionen sowie dessen Störungen im Körper des Patienten fest, wobei hier neben der Befragung des Patienten sowie den üblichen körperlichen Untersuchungen die traditionelle Pulsdiagnose eine bedeutende Rolle spielt. Auch die Lebensgewohnheiten des Patienten werden erfasst. Zur Behandlung stehen folgende Methoden zur Verfügung:
• Beratung bezüglich Ernährung und Tagesroutine. Diese stellt die Basis für jede ayurvedische Behandlung dar, da nach ayurvedischer Auffassung Fehler in diesen Bereichen ganz wesentlich für Störungen
im Stoffwechselgleichgewicht verantwortlich sind.
• Anwendung von Präparaten pflanzlichen, mineralischen sowie tierischen Ursprungs. Im Ayurveda werden sowohl Einzelsubstanzen als auch Komplexmittel verwendet.
• Yoga und Meditation.
• Panchakarma. Dies ist ein ausgefeiltes System von äusseren manuellen Anwendungen und inneren Reinigungsverfahren und stellt nach der ayurvedischen Lehre das wirkungsvollste Behandlungssystem
zur Normalisierung gestörter Stoffwechselvorgänge dar.

Schweizerische Ärztegesellschaft für Ayurveda (SAA) http://www.ayurveda-aerztegesellschaft.ch/

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